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NOFV und SV Babelsberg 03 gemeinsam entschieden gegen Rassismus
Autor: NOFV/SV Babelsberg am 07.03.2018 - 16:46
Logo Regionalliga NordostAm 6. März 2018 fand auf Einladung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Potsdam, Jann Jakobs, ein Gesprächstermin zwischen dem Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03 und dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) statt.

Im Nachgang zu den Vorfällen während des Meisterschaftsspiels der NOFV-Regionalliga Nordost am 28. April 2017 SV Babelsberg 03 – FC Energie Cottbus und den daraus folgenden verbands- und sportgerichtlichen Auseinandersetzungen legten die Gesprächspartner den Konflikt bei und vereinbarten eine intensive Zusammenarbeit gegen Rassismus im Fußball.

Rainer Milkoreit, Präsident des NOFV: „Wir sind erleichtert und freuen uns, dass beide Konfliktparteien konstruktiv aufeinander zugegangen sind. Unstimmigkeiten wurden ausgeräumt und die Basis für eine künftige faire Zusammenarbeit geschaffen. Ein besonderer Dank gilt dem Oberbürgermeister der Stadt Potsdam, Herrn Jann Jakobs, der dieses Gespräch zielführend geleitet hat.“ 

Dazu Archibald Horlitz, Vorstandsvorsitzender des SV Babelsberg 03: „Obwohl es weiterhin unterschiedliche Beurteilungen bezüglich einzelner rechtlicher Aspekte gibt, haben wir dieser Vereinbarung zugestimmt. Dies geschah vor dem Hintergrund eines höheren Guts, nämlich dem immer wichtiger werdenden Engagement gegen Rassismus und dem deutlichen Eintreten für Toleranz, das sichtbar und nachhaltig durch den NOFV unterstützt wird.“ 

Das Urteil des NOFV-Sportgerichts gegen den SV Babelsberg 03 vom 19. Juni 2017 selbst wurde bestätigt. Die Sanktionen wurden wegen der pyrotechnischen Aktionen im Fanblock des SV Babelsberg 03 ausgesprochen. Das Berufungsverfahren musste laut NOFV aufgrund von Formfehlern des Antragstellers zurückgewiesen werden. Der SV Babelsberg 03 nimmt diese Auffassung des Verbandsgerichtes des NOFV bedauernd zur Kenntnis. 

Gleichwohl wird das NOFV-Sportgericht eine Berichtigung des Urteils für die Unrichtigkeiten in den Formulierungen in der Begründung der Entscheidung vornehmen. Dies betrifft insbesondere die für die Strafe nicht relevante Erwähnung eines Fans mit dem Ausruf “Nazischweine raus”. Die Geldstrafe von 7000 Euro bleibt der Höhe nach bestehen. Dem SV Babelsberg 03 wird nachgelassen, hiervon einen Betrag in Höhe von bis zu 3500 Euro für sicherheitstechnische, infrastrukturelle, gewaltpräventive Maßnahmen oder Maßnahmen gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu verwenden. Dies ist dem NOFV bis zum 30. Juni 2018 nachzuweisen. 

Mit Eingang der Zahlung der Geldstrafe soll der Antrag des NOFV-Präsidiums auf Sperrung der Regionalligamannschaft des SV Babelsberg 03 zurückgezogen werden und sich gegen eine Verlängerung der Bewährungsfrist für ein mögliches Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit im laufenden Berufungsverfahren ausgesprochen werden. 

Der verbleibende Teil der Geldstrafe in Höhe von 3500 Euro wird vom NOFV für die Finanzierung von Aktionen gegen Rassismus und Rechtsextremismus, für Fairness, Respekt und Toleranz verwendet. 

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2018 beteiligt sich der SV Babelsberg 03 beim nächsten Heimspiel am 16. März 2018 gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf aktiv, mit Unterstützung des NOFV, an diesem Projekt. 

Beide Seiten vereinbaren die Prüfung von Möglichkeiten zur Unterstützung der Vereine in ihrer sportbezogenen sozialen Arbeit für Vielfalt und gegen Rassismus sowie für Fairness, Respekt und Toleranz. Der SV Babelsberg hat die Bildung eines gemeinsamen Fonds angeregt. Der NOFV prüft die Möglichkeit der Einrichtung eines entsprechenden Fonds für Fairness, Respekt und Toleranz, um die Vereine in Ihrer sportbezogenen sozialen Arbeit für Vielfalt und gegen Rassismus zu unterstützen. Für diesen Fall sagt der SV Babelsberg 03 zu, dass zukünftig auch Spenden aus dem Projekt „Nazis raus aus den Stadien“ für diesen Fonds zur Verfügung gestellt werden können. 

Darüber hinaus wird das Präsidium des NOFV seine AG Satzung, Ordnungen, Richtlinien beauftragen, Unklarheiten in den Statuten zu beseitigen und Optimierungen in den Regularien vorzunehmen. Dabei sollen auch wirksame Maßnahmen zur effektiveren Verfolgung diskriminierender Vorfälle erarbeitet werden. 

Beide Gesprächspartner begrüßen die verabredungsgemäße Beilegung des Streitfalls und betrachten die sportgerichtliche Auseinandersetzung hiernach als erledigt. 

Oberbürgermeister Jann Jakobs zeigte sich zufrieden: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, beide Seiten an einen Tisch zu bringen und die gegenseitigen Auffassungen persönlich zu besprechen. Das Ergebnis ist gut und ein Gewinn für alle. Wenn es gelingt, jetzt gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus im Fußball vorzugehen, haben wir einen großen Schritt nach vorn gemacht. Und das würde mich besonders freuen.“ 





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