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Magdeburger SV Börde 1949 – Naumburger Sport-Vereinigung v. 1905
Radio Brocken Verbandsliga Sachsen-Anhalt
04.11.2006, 14:00
Guts-Muths-Stadion, Magdeburg
Eintritt: 3 € (incl. dem Landesklassespiel der Zweiten davor)
Schal: 15 €
Bratwurst mit Toastbrot: 1,50 € (Note 3-, zwar vom Holzkohlegrill doch recht fad)
Zuschauer: ca. 150, ein BHT

Der Tabellenletzte aus Naumburg hatte am Samstag davor im 9. Spiel den ersten Saisonsieg gefeiert und dieses gleich mit einem 5:1 gegen den VfL Halle 96. Der MSV Börde, inzwischen auch ins untere Drittel des Tableaus abgerutscht, dürfte nicht weniger unter Druck stehen. Bei einer derartigen Konstellation erwartet man nicht unbedingt den fußballerischen Hochgenuss, doch die ersten 45 Minuten konnte man fast überspringen.

Nach einer schwachen Anfangsphase kristallisierten sich die Gäste als das bessere Team heraus und kam zwischen der 35. Minute und der Pause zu drei ersten Chancen: Bei einem schnellen Angriff läuft ein Naumburger alleine aufs Tor zu und versucht es gegen den herauseilenden Tormann mit einem Heber aus 25 Metern. Dieser geht jedoch links am Tor vorbei. Kurze Zeit später setzt ein Naumburger zum Lauf durch die linke 16er Seite an, zieht nach innen, lässt so seinen mit einem Schuss rechnenden Gegenspieler ins Leere laufen und zieht auf die kurze Ecke, wo der Bördeschlussmann ebenso entschärfen kann wie den abgegebenen 16-Meter Schuss in die Tormitte. Mehr lässt sich beim besten Willen nicht über die erste Hälfte berichten.

„Stadion“ ist für die Sportanlage eigentlich übertrieben. Es gibt eigentlich nur einen Rasenplatz und ein bisschen erhöht eine Reihe unüberdachter Sitzbänke. Den Namen hat das Stadion übrigens von Johann-Christoph Friedrich Guts-Muths (1759-1839), dem Begründer der Gymnastik. „Glück“ habe ich übrigens bei der Halbzeitpausentombola, denn hätte ich die Eintrittskarte 0481 gehabt, hätte ich die Kaffeemaschine, gestiftet von der Firma SB Möbel Boss, gewonnen!
Die zweite Hälfte hat es im Vergleich zur ersten in sich: Keine fünf Minuten sind gespielt als der Börde-Torwart einen Freistoß an die Latte und zur Ecke klären kann, infolge der das Runde rechts neben das Eckige geköpft wird. Zwei Minuten später sind die Gäste wieder im Angriff: Eine Flanke geht einem Magdeburger an die Hand, oder umgekehrt, der Schiedsrichter gibt auf jeden Fall Elfmeter. Marc Eschrich verwandelt sicher mit rechts ins linke Eck. Knapp fünf Minuten später segelt eine Naumburger Ecke von rechts unbehelligt durch den Strafraum. Am zweiten Pfosten steht Chris Klang und braucht nur noch zum 0:2 einzuschieben. Wieder 5 Minuten später das gleiche Spiel, dieses Mal mit einem Freistoß von rechts, der wieder an Freund und Feind vorbei durch den Fünfer fliegt. Wieder am zweiten Pfosten steht dieses Mal Rico Dornau und grätscht das Leder unter die Latte zum 0:3.
Magdeburg konsterniert, ein Angreifer holt sich für das Spielen einer Flanke mit der Hand die gelbe Karte ab. Knapp 20 Minuten vor Ende hält sich MD`s René Thierau mit dem Rücken zum Tor links im 16er der Gäste auf, weiß seinen Gegenspieler hinter sich, spielt den Ball in Richtung Grundlinie, um diesem anscheinend hinterher zu setzen und die in meinen Augen schlechteste Schwalbe seit langem zu fabrizieren und ebenso zu fallen, wie der Schiedsrichter darauf hinein. Danke sagt Marco Lange und verwandelt ebenfalls mit rechts ins linke Eck. Magdeburg wittert jetzt wieder Morgenluft und setzt sich im Angriff fest. In der 82. Minute kann René Thierau eine Flanke von rechts unhaltbar und sehenswert in den linken Winkel zum Anschlusstreffer einköpfen. Zwei Minuten später ist sogar der Ausgleich möglich, doch wieder eine Rechtsflanke wird gegen die Latte geköpft. In der letzten Minute taucht dann ein Magdeburger frei vorm Gästetor auf versucht es mit einem Gewaltschuss, der jedoch rechts vorbei geht.
So feiert die Naumburger Sport-Vereinigung eine Woche nach dem ersten (Heim-)Sieg auch gleich den ersten Auswärtssieg. Beachtend, dass man über weite Strecken das engagiertere Team stellt, ist dieser Sieg auch verdient, obwohl man sich am Ende doch sehr in die Defensive hat drängen lassen und sich am Ende über ein Unentschieden nicht hätte beklagen dürfen. Magdeburg tut als Heimmannschaft in meinen Augen bis auf die letzten 20 Minuten zu wenig und muss sich vorwerfen, dass man das Spiel überwiegend dem Gegner überlassen hat.

Bis zum nächsten Kick!

BHT
Verfasst am 07.12.2006 von B-H-T
Fotos:
 

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